Vereinsgeschichte 1859 bis 1984

1837

Schon im Jahre 1837 gründeten etwa 25 sangesfreudige Bürger den Gesangverein Bierstadt unter der Leitung von Lehrer Schöpp. Nach dessen Tod im Jahre 1844 übernahm Lehrer Kloos den jungen Verein als Chorleiter. Der Verein gab Konzerte und sang an Feiertagen in der Kirche. Nach der Versetzung von Lehrer Kloos im Jahre 1849 ließ die Sangesbegeisterung nach und der Verein erlosch.

 

1859

Neue Vereinsgründung unter dem Namen Gesangverein „Frohsinn“, der später in Männergesangverein (MGV) „Frohsinn“ umbenannt wurde. Zum Vorsitzenden wurde Christian Wörner gewählt, Dirigent war Lehrer Heinrich. Eine ständige Zunahme bei den aktiven Sängern und eifriger Probenbesuch ermöglichten bald den ersten Auftritt des Chores. Durch glänzende Leistungen bei Konzerten und Sängerfesten wurde der Verein bald über die Grenzen der engeren Heimat hinaus bekannt und geschätzt.

 

1862

Die erste Vereinsfahne wurde im Jahre 1862 als Symbol der Zusammengehörigkeit angeschafft und geweiht. Sie musste nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in den 30er Jahren an ein Fahnenmuseum in Nürnberg überstellt werden. Nachforschungen über ihren Verbleib waren bisher erfolglos.

Die erste Vereinsfahne von 1862
Die erste Vereinsfahne von 1862

1868

Nachdem Christian Wörner, der bisherige Vorsitzende, zum Bürgermeister gewählt wurde, übernahm Wilhelm Weyer den Vorsitz des Vereins.

 

1884

Das 25jährige Bestehen des Vereins wurde unter Beteiligung der hiesigen, einer größeren Zahl Vereine aus der Nachbarschaft und einer Militärkapelle auf dem Festplatz an der Kloppenheimer Strasse gebührend gefeiert.

 

1882-1901

Gute Erfolge bei Gesangswettstreiten in Eltville, Bad Ems und Bad Schwalbach

Pokal vom Gesangswettstreit in Eltville
Pokal vom Gesangswettstreit in Eltville

1892

erhielt der Verein seine zweite Vereinsfahne, die 1984 aufwändig restauriert wurde.

 

1899

Von der Feier des 40jährigen Bestehens zeugt die nebenstehende Postkarte.

Postkarte anlässlich des 40-jährigen Bestehens
Postkarte anlässlich des 40-jährigen Bestehens

1904 und 1909

Zum 45- und 50jährigen Bestehen richtet der MGV "Frohsinn" zwei Wettstreite aus, die in Sängerkreisen eine gute Resonanz fanden.

Beim internationalen Wettbewerb in Ostheim (Hanau) errang der „Frohsinn“ den Titel „bester Verein des Wettbewerbs“ und wurde Gewinner des Jubiläumspreises.

1914

Chorleiter wird Toni Herber. Der Ausbruch des 1. Weltkriegs legte das Vereinsleben fast lahm.

 

1919

Nach Kriegsende musste der Verein unter Wilhelm Mayer wieder neu aufgebaut werden.

 

1925 - 1932

Neuer Vorsitzender wird Karl Will. Der Verein hat weit über 100 Sänger. Die Dirigenten waren Lehrer Müller und danach Chorleiter Richard Simons aus Mainz.

 

1929

Zum 70jährigen Bestehen richtet der Verein einen Wettstreit aus, an dem sich 29 Vereine aus allen Teilen Deutschlands beteiligen.

 

1930

Sängerfahrt nach Esch in Luxemburg.

 

1932

Neuer Chorleiter wird Franz Jäger

 

1934

Das 75jähriges Bestehen wird mit einem Festkommers und der Weihe der neuen Fahne begangen. Am Wertungssingen vormittags beteiligten sich 10 Chöre und nachmittags beim Singen der „Massenchöre“ standen 600 Sänger auf der Bühne.

Alle Sänger im 75sten Jahr des Vereinsbestehens
Alle Sänger im 75sten Jahr des Vereinsbestehens

Chorleiter wird Willi Traxel aus Mainz. Jetzt fanden alljährlich unter seiner Leitung gutbesuchte Konzerte statt und erfolgreiche Teilnahme an Gesangswettstreiten in Hochheim, Frauenstein und Miehlen.

 

1937

Der MGV „Frohsinn“ war unter Leitung von Willi Traxel sogar im Rundfunk zu hören.

 

1939 - 1945

Leider wurde das blühende Vereinsleben durch den verheerenden 2. Weltkrieg empfindlich gestört und der Verein verlor zahlreiche seiner besten Sänger und viele Mitglieder durch die Folgen dieses Krieges. An dieser Stelle sei nochmals aller, die im Ersten und Zweiten Weltkrieg ihr Leben ließen, gedacht.

 

1946

Schon kurze Zeit nach Kriegsende konnte der Vorsitzende Karl Will wieder einen Chor mit 80 Sängern bilden. Dessen Leitung übernahm zunächst vertretungsweise Herr Rühl, da Chorleiter Traxel wegen Passschwierigkeiten nicht von Mainz aus der französischen nach Bierstadt in die amerikanische Besatzungszone kommen konnte. Bald waren jedoch diese Schwierigkeiten überwunden und Willi Traxel stand dem Chor wieder voll zur Verfügung.

 

1949

Das 90jährige Bestehen wurde in Form eines Kritiksingens mit 32 teilnehmenden Vereinen und das 95jährige Bestehen mit einem Liedertag festlich begangen.

 

1951

Karl Will legt nach 25jähriger erfolgreicher Tätigkeit den Vorsitz nieder und wird in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zum neuen Vorsitzenden wird Karl Thiel gewählt.

 

1956

Aus beruflichen Gründen legt Karl Thiel nach 6 Jahren sein Amt niederlegt. Neuer Vereinsvorsitzender wird Adolf Müller

Chorleiter Willi Traxel hört nach 22 Jahren auf. Neuer Chorleiter wird Josef Willems. Unter seiner Leitung, geprägt auch durch seine persönliche Note, war den alljährlichen Konzerten stets ein voller Erfolg beschieden.

 

1958

Beim Wettstreit in Schornsheim/Rhh. gelingt es unter Josef Willems alle erreichbaren höchsten Preise zu gewinnen.

 

1959

100 Jahre MGV „Frohsinn“

Unter Leitung des 1. Vorsitzenden und Festvorsitzenden Adolf Müller und der Mitarbeit aller Mitglieder gelang es, die Festtage für alle Beteiligten zu einem unvergessenen Erlebnis werden zu lassen. Das Freundschaftssingen, das von zahlreichen befreundeten Vereinen bestritten wurde, fand regen Zuspruch. Für die jahrzehntelange Pflege des deutschen Liedes und die geleistete kulturelle Arbeit wurden dem Verein die Goldene Plakette der Landeshauptstadt Wiesbaden und die Goldene Zelter-Plakette (1960) verliehen.

 

Die noch erhaltene Festschrift zum 100jährigen Bestehen
Die noch erhaltene Festschrift zum 100jährigen Bestehen

1962

Hans Schlaud aus Kelkheim wird neuer Chorleiter.

 

1963

Die Teilnahme am Wertungssingen der "Harmonie" Delkenheim brachte unter dem neuen Chorleiter dem Verein die Wertungsnoten "gut" und "fast sehr gut".

 

1964

Man errang beim Wettstreit in Massenheim bei starker Konkurrenz den 3. Klassenpreis und den "Höchsten Ehrenpreis".

 

1965

Höhepunkt im Vereinsleben des Jahres 1965 war die Beteiligung am Prädikat-Wertungssingen anlässlich des 100jährigen Bestehens des MGV "Gemütlichkeit" Wiesbaden-Sonnenberg. Mit den Wertungsnoten "sehr gut" und "fast hervorragend" errang der Chor den für den besten Chorvortrag ausgesetzten Sonderpreis.

1966

Auch in der Folgezeit konnte der Chor unter Leitung von Hans Schlaud bei Gesangswettstreiten gegen stärkste Konkurrenz vordere Plätze in den Wertungen erringen. So in Oberreifenberg wo der MGV „Frohsinn“ mit den Noten "fast hervorragend" und "hervorragend" erfolgreichster Teilnehmer in seiner Gruppe war.

 

19671968

Wettstreite in Obererlenbach (1967) und Watzenborn-Steinberg (1968).

 

1969

Das 110jährige Bestehen des Vereins " wird mit einem großen Sängerfest, verbunden mit einem Punktewertungssingen, zu einem weiteren Meilenstein in der Vereinsgeschichte.

Landtagspräsident a.D. Georg Buch überreichte als Schirmherr die Silber-Plakette der Hessischen Landesregierung. 11 Chöre beteiligten sich unter der kritischen Bewertung der Musikdirektoren Quirin Rische und Rudolf Desch am Punktewertungssingen, 19 Vereine am Freundschaftssingen. Festpräsident Paul Seulberger sorgte mit vielen Helfern für den erfolgreichen Ablauf des Festprogramms, das mit einem zünftigen Frühschoppen ausklang.

 

1971

Nach dem Ausscheiden von Hans Schlaud wählten die Sänger Wolfgang Groth zum neuen Chorleiter.

 

1972

Der Erfolg der intensiven Probenarbeit zeigte sich bei den Volksmusiktagen im Kurhaus Wiesbaden und bei dem Chorkonzert mit dem MGV Frauenstein im Vereinslokal Saalbau "Rose" in Bierstadt.

Das Lampionfest, eine Freiluftveranstaltung des Vereins, das in den Vorjahren wie auch in den Jahren danach leider viel zu oft durch Regen "ins Wasser fiel", wurde 1972 ein Bombenerfolg. Attraktion des Festes war das zweieinhalb Zentner schwere Schwein am Spieß. Es wurde von den hungrigen Festbesuchern innerhalb einer halben Stunde bis auf das Skelett verzehrt.

 

1973

Nachdem Wolfgang Groth eine Stelle als Orchesterdirigent angenommen hatte, entschieden sich die Sänger für Kurt Busch als neuen Chorleiter.

Die geistliche Abendmusik am 29. April zur Orgeleinweihung in der evangelischen Kirche sah den Chor erstmals unter Leitung seines neuen Dirigenten. Ein sachkundiges Publikum bestätigte eine beachtliche Leistungssteigerung des Vereins.

 

1974

Das Konzert der Busch-Chöre am 30. März 1974 im Saalbau "Rose" bildete den Auftakt für das große Ziel des Jahres: Die Teilnahme am Wettstreit im Juni in Schwabenheim. Gut vorbereitet, erreichten Chorleiter und Verein in der Leistungsbeurteilung die vorderen Plätze.

Der "Kleine Chor" des Vereins, von den Sängern "Quartett" genannt, feierte im Jahre 1974 nach einer Pause unter der dynamischen Leitung von Dr. Holger Meireis "Wiederauferstehung". Bereits beim "Karnevalistischen Bunten Abend" im Januar und beim traditionellen Frühschoppen der Bierstadter Kerb verstanden es die 11 Sänger, mit mitreißenden Schunkelliedern und neuesten Schlagern das Publikum zu begeistern. Auch in den Folgejahren war es immer wieder der "Kleine Chor", der bei vereinsinternen aber auch öffentlichen Veranstaltungen das Publikum mit Chorvorträgen aus der so genannten "leichten Muse" für sich gewinnen konnte.

Im Juni legte der 1. Vorsitzende Paul Seulberger nach fast 10 Jahren erfolgreicher Arbeit sein Amt nieder. Zum neuen 1. Vorsitzenden wählten die Sänger einstimmig Reinhold Hepp und zum 2. Vorsitzenden Klaus Kettenbach. In der darauf folgenden Jahreshauptversammlung im Februar 1975 wurde Paul Seulberger für seine Verdienste um den MGV "Frohsinn" zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt.

 

1975

Mit Wolfgang Hauck aus Langenhain konnte ein neuer Chorleiter gewonnen werden, der als Dozent für Stimmbildung an der Chorleiterschule des Hessischen Sängerbundes und als Wertungsrichter einen sehr guten Ruf genießt.

 

1976

Erster Höhepunkt des Jahres war der Auftritt des Chores bei den Wiesbadener Volksmusiktagen im großen Kurhaus-Saal. Mit den Liedvorträgen "Sanctus", "Der entführte Hirt" und "Wer recht in Freuden wandern will" erhielten Chor und Chorleiter stürmischen Applaus und ausgezeichnete Kritiken in der Wiesbadener Presse.

Im Frühjahr 1976 wurde vom Verein ein gemischter Kinderchor gegründet. Die Mädchen und Buben probten einmal in der Woche, zuerst unter der Leitung von Sieglinde Hübner, dann unter Werner Schnabel und Gabriele Lang. Es war für jeden erfreulich mitzuerleben, mit welcher Begeisterung die kleinen Sängerinnen und Sänger bei der Sache waren.

 

1977

Chorkonzert gemeinsam mit der Hessischen Singgemeinschaft unter der Gesamtleitung von Wolfgang Hauck am 12. Mai im Saalbau "Rose" in Bierstadt. Die Bühnendekoration mit Motiven aus Alt-Bierstadt bildete eine herrliche Kulisse zu den Chorvorträgen. Der Kinderchor hatte bei dieser Veranstaltung seinen ersten öffentlichen Auftritt und wurde für seine Liedvorträge mit viel Beifall belohnt.

 

1978

Nachdem Wolfgang Hauck im Februar 1978 als Dirigent ausgeschieden war, verpflichteten die Sänger Chordirektor Klaus Ochs aus Taunusstein als neuen Chorleiter. Der Volksliederabend im November 1978 in der "Rose", bei dem sich der neue Chorleiter erstmals mit dem "Frohsinn" dem Bierstadter Publikum vorstellte, war ein voller Erfolg. Unter seiner musikalischen Gesamtleitung traten neben dem Männerchor auch der "Kleine Chor" mit den Liedvorträgen "Die zwölf Räuber" und "Kolo" sowie der Kinderchor mit schwäbischen, norwegischen und schwedischen Volksliedern auf.

Der „kleine Chor“ des MGV Frohsinn
Der „kleine Chor“ des MGV Frohsinn

1979

Im Mai wurde der 1. Klassenpreis beim Weinpreissingen in Biebelnheim errungen. Ein großartiger Erfolg mit dem neuen Chorleiter Klaus Ochs.

Höhepunkt des Jahres war das 120jährige Stiftungsfest des Vereins an Pfingsten. Das Fest begann am Freitag mit einem festlichen Liederabend. Der Samstagnachmittag war dem Freundschaftssingen vorbehalten, an das sich abends der Festkommers unter Beteiligung Bierstadter Ortsvereine anschloss. Am Pokal-Punktwertungssingen am Sonntagvormittag nahmen 13 Vereine teil, die mit ihren guten Leistungen dem Festverlauf einen würdigen Rahmen gaben. Der Frühschoppen wurde, trotz starkem Regenguss in der Nacht, zum glänzenden Abschluss des Sängerfestes.

Insgesamt beteiligten sich 40 Vereine am Jubiläumsfest.

 

1980

Bei der Jahreshauptversammlung 1980 stellte der 1. Vorsitzende Reinhold Hepp aus beruflichen Gründen sein Amt zur Verfügung. An seine Stelle wählten die Sänger erneut den früheren langjährigen Vorsitzenden Paul Seulberger.

Das Chorkonzert am 5. Januar unter Leitung von Klaus Ochs und seiner Chöre im Wiesbadener Kurhaus war dem Komponisten Bernhard Weber gewidmet. Der MGV "Frohsinn" eröffnete das Konzert mit "Kling auf mein Lied" und „Herr unser Herrscher". Anlässlich dieses Konzertes wurde von den beteiligten Vereinen auch eine Schallplatte mit Kompositionen von Bernhard Weber besungen, die noch heute den Zuhörer begeistern kann.

Beim Pokalwettstreit des "Liederkranz Kriftel" errang der Frohsinn den 2. Klassenpreis, den 2. Dirigentenpreis und den 1. Preis im Höchsten Ehrensingen. Beim Weinpreissingen des Gesangvereins "Eintracht GauBickelheim" errang er den 1. Klassen-Preis, den 1. Dirigentenpreis und den 2. Preis im Höchsten Ehrensingen. Dass die errungenen 160 Flaschen Wein den Aktiven besonders gut gemundet haben, versteht sich von selbst. Krönender Abschluss eines chorisch sehr erfolgreichen Jahres war die Teilnahme am Wettstreit in Worms-Horchheim. 2. Klassenpreis, Höchster Ehrenpreis und Dirigentenpreis waren Lohn für die gute Chorarbeit der Sänger und des Dirigenten.

Aber nicht nur das Singen, auch die Geselligkeit wurden und werden im "Frohsinn" gepflegt. Im Mai fuhren eine große Anzahl Sänger und Mitglieder des Vereins nach Kißlegg im Allgäu und verbrachten dort ein paar schöne Tage als Gäste des dortigen Gesangvereins.

Im Herbst führte der Verein im Saalbau "Rose" erstmalig eine festliche Weinprobe durch, die großen Anklang fand.

 

1981

Den größten Gesangswettstreit den unser Chor wohl je besuchte, fand am 30. August in Hallgarten im Rheingau statt. 60 Vereine hatten zum Wettstreit gemeldet. Unser Chor sang in der Klasse 2 und konnte alle 3 zu vergebenden Preise erringen: den 1. Klassenpreis, den Höchsten Ehrenpreis und den Dirigentenpreis.

 

1982

Das Jahr stand unter keinem guten Vorzeichen, musste sich doch Chorleiter Klaus Ochs einer schwierigen Operation unterziehen, die ihn für längere Zeit außer Gefecht setzte. Trotzdem waren die Teilnahmen an den Wiesbadener Volksmusiktagen und den Freundschaftssingen in Neuhof und Diedenbergen erfolgreich. Trotz Probendefiziten konnte der MGV "Frohsinn" im September beim Wettstreit in Hattersheim den 2. Klassen-Preis und Höchsten Ehrenpreis erringen. Ein Beweis für die Professionalität des Chorleiters und das Engagement der Aktiven.

 

1983

Der 1. Vorsitzende Paul Seulberger legte infolge schwerer Krankheit sein Amt nieder. Die Sänger wählten erneut Reinhold Hepp zum 1. "Steuermann" des Vereins. Mit Klaus Kettenbach und Peter Kehr wurden erstmals zwei Zweite Vorsitzende gewählt.

Im April führte der Sängerkreis Wiesbaden ein Kreiskritiksingen in Nordenstadt durch. Von Bundeschorleiter Rudolf Desch wurden die beiden vorgetragenen Chöre "Sehnsucht" von Franz Schubert und "Marianka" von Winfried Siegler mit einem "sehr gut" bewertet. Im Mai beteiligte sich der Chor an einem Wettstreit in Alzenau. Durch übergroße Konkurrenz von namhaften Chorleitern und Vereinen (7 Chöre in einer Klasse) konnte leider nur ein mittlerer Platz in der Wertung erzielt werden. Auch der Gesangswettstreit in Neuenhain im September brachte nicht den erhofften Erfolg. Unser Bruderverein, der Männergesangverein 1883 Bierstadt, feierte vom 10. bis 13. Juni 1983 sein 100jähriges Bestehen. Den festlichen Liederabend am Samstag eröffnete unser Chor mit zwei Werken von Bernhard Weber. Ein erfreulicher Höhepunkt des Jahres 1983 war dann der gelungene Sängerabend des MGV Frauenstein. Eine volkstümliche Auswahl der Lieder und ein sehr gut besetzter Chor brachten dem Verein herzlichen Beifall. In weinseliger Stimmung verließ man spät nach Mitternacht Frauenstein in der Gewissheit, einen wunderbaren Abend verlebt zu haben. Erwähnenswert ist auch die "Festliche Weinprobe", die der MGV "Frohsinn" zum Jahresabschluss zusammen mit der Familie Schiebener, den damaligen Wirtsleuten des Vereinslokals "Rose", durchführte. Sie fand großen Anklang bei Mitgliedern, Freunden und Förderern des Vereins.

Außer durch chorische Aktivitäten war das Jahr 1983 auch geprägt von den beginnenden Vorbereitungen für das 1984 geplante Sängerfest zum 125jährigen Bestehen des Vereins.

Die Meldung von 30 Chören auf die Ausschreibung zum Gesangswettstreit übertraf die Erwartungen bei weitem

 

1984 – seit 125 Jahren MGV Frohsinn

Nach dem tollen Erfolg des schon zur Tradition gewordenen "Karnevalistischen Bunten Abends" begannen die Vorbereitungen für das Sängerfest mit Hochdruck. Mit Stolz konnte festgestellt werden, dass nach Ablauf der Meldefristen 81 (!) Vereine, ihre Teilnahme zugesagt hatten, so dass mit einer Teilnehmerzahl von über 3000 Sängerinnen und Sängern gerechnet werden musste. Eine Zahl, die in der 125jährigen Geschichte des "Frohsinn" noch nie erreicht wurde und alle Vorstellungen weit übertraf. Ein Beweis dafür, dass unser Verein im Sängerkreis Wiesbaden, in der Region und weit darüber hinaus einen hohen Bekanntheitsgrad genießt. Für alle aktiven und passiven Mitglieder des Vereins zugleich Ansporn und Verpflichtung, die gestellte Aufgabe in gewohnter Weise zur Zufriedenheit aller Beteiligten zu erfüllen. Dies wurde nach einhelliger Meinung mit Bravour gelöst.

Unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters der Landeshauptstadt Wiesbaden, Dr. Jentsch, begann die Festfolge am 7. April mit einem ökumenischen Gottesdienst in der evang. Kirche unter Mitwirkung des Chores. Anschließend wurde am Ehrenmahl auf dem Bierstadter Friedhof ein Kranz niedergelegt und der verstorbenen sowie der in den Weltkriegen gefallenen und vermissten Vereinsmitgliedern gedacht. Am 19. Mai fand im Saalbau "Rose" die akademische Feier statt. Über 200 Gäste, darunter viele Ehrengäste, waren der Einladung gefolgt und konnten vom 1. Vorsitzenden Reinhold Hepp begrüßt werden. Aus der Hand von Bürgermeister Dr. Wallmann, er war in Vertretung des Schirmherrn anwesend, erhielt der Verein die Stadtplakette in Gold. Schon einmal hatte der Verein die begehrte Auszeichnung in Empfang nehmen dürfen, als er 1959 sein 100jähriges Bestehen feierte. Zu der Vielzahl von Festrednern gehörte u.a. der Präsident des Hessischen Sängerbundes Alfred Engelmann. Der Feier angeschlossen war auch eine historische Ausstellung des Vereins. Glanzpunkt war, neben den vielen bei Wettstreiten ersungenen Pokalen, die bereits erwähnte Vereinsfahne aus dem Jahr 1892. Sie wurde zum 125jährigen Bestehen aufwändig restauriert und dem interessierten Publikum vorgestellt.

Die eigentlichen Festtage fanden dann von Freitag, 29. Juni bis Montag, 2. Juli 1984 statt. Auftakt war ein Freundschaftssingen im Festzelt an der Nauroder Straße am Freitagabend. 31 Chöre waren gekommen, um dem Jubelverein ihre Reverenz zu erweisen. Der Samstagnachmittag war einem Kinderchor-Singen mit 11 Kinderchören vorbehalten. Dem schloss sich am Samstagabend ein Liederabend an, der von den Chören unseres Chorleiters Klaus Ochs, dem Kirchenchor der Bierstadter St. Birgid Gemeinde sowie weiteren befreundeten Chöre gestaltet wurde. Aufgelockert wurden die gesanglichen Darbietungen von der   Tanzgruppe des Heimatvereins Bierstadt, der Leistungsriege des Turnvereins und durch das Parforce-Horn-Corps Wiesbaden.

Bereits um 08.00 Uhr begann am Sonntagmorgen der Gesangswettstreit unter Beteiligung von 30 Chören in 8 Klassen. Wertungsrichter waren Musikdirektor Theo Fürst aus Herrstein und Prof. Dr. Hans Rectanus aus Schrießheim. Nach einer sehr harmonisch abgelaufenen Veranstaltung konnten am Spätnachmittag die Sieger bekannt gegeben werden. Nach dem Wettstreit folgte abends eine Tanzveranstaltung, die bei der Bierstadter Bevölkerung großen Anklang fand.

Mit einem traditionellen Frühschoppen am Montagmorgen unter Beteiligung des "Kleinen Chores" sowie weiterer Darbietungen wurde das Festwochenende fortgesetzt. Krönender Abschluss des Sängerfestes des MGV "Frohsinn" war dann am Abend eine Tanzveranstaltung mit Verlosung wertvoller Preise und einem Riesen-Brillant-Feuerwerk. Alles in allem kann gesagt werden, dass es dem Verein gelungen war, bei seinem Sängerfest Bierstadt über mehrere Tage zu einem Zentrum der Chormusik zu machen. Es war ein Fest, an das sich die Bierstadter Bevölkerung und die Vereinsmitglieder gerne und noch lange erinnern werden.

Trotz Sängerfest war die chorische Arbeit des Vereins nicht vernachlässigt worden. Im November nahm der Chor an einem Konzert im Großen Kurhaussaal in Wiesbaden teil, das Chordirektor Klaus Ochs mit seinen Chören veranstaltete und in dem Werke des Komponisten Heinrich Poos zu Gehör gebracht wurden. Begeisterter Applaus aus dem sehr gut besuchten Auditorium und hervorragende Kritiken in der örtlichen Presse waren Lohn für Chorleiter und Vereine.